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WER SIND DIE JARAWA?

 

Die Jarawa sind die letzten Nachkommen der ersten modernen Menschen. Sie haben Afrika vor 60 000 Jahren verlassen, um die Welt zu erkunden. Es gibt nicht mehr als 420 von ihnen. Sie leben in Verbänden mit etwa 50 Mitgliedern. Die Jarawa gehören zu den letzten Nachkommen der dunkelhäutigen und vergleichsweise kleinwüchsigen Urbevölkerung Asiens in Indien. Sie führen eine Jäger – und – Sammler – Lebensweise und haben für zehntausende Jahre in vollkommener Abgeschiedenheit gelebt. Sie sind Halbnomaden. Ihre Ernährung besteht hauptsächlich aus Wildschweinen, Schildkröten, Krabben und Fischen, welche sie mit Pfeil und Bogen in den Korallenriffen fangen. Außerdem sammeln sie Früchte, Wurzeln, Knollen und Honig. Nur sehr wenig ist über ihre Geschichte bekannt. Ihre Feindseligkeit gegenüber der Außenwelt hat sie ihre Eigenheiten bewahren lassen, doch fast niemand war je in der Lage, ihre Sprache und Kultur zu erforschen.

Ganz im Gegenteil zu den Vorurteilen der Inder, die glauben, die Jarawa seien Kannibalen, werden vom ältesten Volk der Welt menschliche Werte, die wir vergessen haben oder versuchen wiederzubeleben, noch immer vorgelebt. Die Jarawa leben glücklich und frei, ohne starre Glaubenssätze oder Ängste, ohne einen Anführer oder eine Rangordnung. Sie leben nur davon, was ihnen die Natur gibt, ohne über die Zukunft zu mutmaßen, ohne die Vergangenheit zu bereuen. Sie jagen nur, wenn es nötig ist. Sie achten ihre Umwelt. Sie leben in Einklang, ohne Gewalt oder Hass. Sie leben in Frieden und Brüderlichkeit. Für Jahrtausende haben sie es geschafft, ihre Lebensliebe zu bewahren. Wenn sie untergehen werden wir die Erinnerung der ersten menschlichen Wesen verlieren, unserer aller Vorfahren.

WO LEBEN DIE JARAWA?

 

Die Andamanen und Nikobaren, im indischen Ozean gelegen, bilden ein Unionsterritorium Indiens. Verwaltunssitz und gleichzeitig größte Stadt ist Port Blair. Der Archipel setzt sich aus 204 Inseln zusammen (38 von ihnen sind bewohnt), zwischen dem Golf von Bengalen und der Andamanensee, etwa 200 km südlich von Myanmar (Burma/Birma). Die Inseln haben 314 239 indische Bewohner und 420 Jarawa.

 

Die Andamanen sind die Heimat der letzten Nachfahren der ersten Asiaten. Einige dieser Völker wie die Großandamanesen sind bereits untergegangen. Andere, etwa die Onge sind ebenfalls fast ausgestorben. Einzig und allein die Jarawa und die Sentinelesen haben es geschafft, Widerstand zu leisten und und ihre Lebensweise zu bewahren.

 

Die größte Insel heißt Great Andaman. Sie ist 250 km lang. Die Jarawa leben im südlichen und mittleren Teil der Insel. Ihr Territorium ist 115 km lang und 10 – 20 km breit. Der Zutritt zu diesem Gebiet ist über den Land – wie Seeweg vollständig verboten. Indische Forstaufseher patroullieren ihr Territorium durchgängig, Flugzeuge fliegen darüber und Polizeischiffe überwachen das Meer vor ihren Stränden. Jedes Eindringen kann mit Gefängnis geahndet werden.

 

Trotzdem führt eine Straße geradewegs durch ihr Territorium.

DIE ANDAMANEN – FERNSTRAẞE : EINE UNMITTELBARE BEDROHUNG

In den Siebzigern wurde die Andamanen – Fernstraße auf dem Territorium der Jarawa gebaut. Sie verbindet Port Blair, die Hauptstadt, mit Diglipur, der nördlichsten Stadt auf Great Andaman. Sie durchkreuzt ihren Wald. Ende 1997 verließen einige Jarawa ihr Territorium zum ersten Mal, um indische Dörfer zu besuchen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sie die Fahrzeuge angegriffen, die die Straße benutzten. Von da an hat sich eine Art von Tourismus entlang dieser Straße entwickelt. Militärkonvois benutzen die Straße zweimal täglich auf ihren Rundfahrten. Sie sichern dutzende von Fahrzeugen voll mit Touristen, die hoffen, ein paar Bilder von den Jarawa machen zu können: Ein echter Menschen – Zoo. Wir haben es selbst miterlebt. Wir haben gesehen, wie indische Forstaufseher Jarawa – Familien in einen Wagen an der Route gezwungen haben, damit Touristen Bilder von ihnen machen konnten.

 

Dieser Skandal wurde von Gethin Chamberlain, einem Journalisten für „the Observer“ aufgedeckt, der ein von einem Polizeibeamten für einen Touristen gefilmtes Video veröffentlichte. Dieser forderte die Jarawa dazu auf, im Tausch für Nahrung zu tanzen. Der indische Polizeibeamte wurde für kurze Zeit inhaftiert. Am 21. Januar 2013 ein erließ Gericht eine Anordnung, Touristen die Benutzung dieser Straße zu verbieten. Doch eine Petition wurde zugunsten der örtlichen Bevölkerung entschieden, die behauptete, dass die Andamanen – Fernstraße unverzichtbar für die Wirtschaft des Archipels sei. Am 5. März 2013 widerrief der oberste Gerichtshof von Indien die Anordnung und gestattete die Wiedereröffnung der Straße. Seit diesem Zeitpunkt wurden die Menschen – Safaris wieder aufgenommen.

DIE ANDAMANEN – FERNSTRAẞE: EINE UNMITTELBARE BEDROHUNG

 

2015 drückte der Premierminister von Indien, Narendra Modi, seinen Wunsch, die Entwicklung der Andamanen zu beschleunigen, um die militärischen Einrichtungen auszubauen und um Handel und Tourismus zu förden, aus. Die Jarawa sind unmittelbar bedroht. Der Ministerpräsident der Andamanen, Bishnu Pada Ray, will die Andamanen – Fernstraße erweitern. Die Arbeiten werden Monate in Anspruch nehmen und werden die Jarawa ernsthaft beeinträchtigen.

WEITERE BEDROHUNGEN, DENEN DIE JARAWA AUSGESETZT SIND

Die örtlichen Behörden, das indische Ministerium für Stammesangelegenheiten, die AAJVS (eine Regierungsorganisation, die für die Sicherheit der Jarawa zuständig ist) und der Gouverneur der Andamanen und Nikobaren Herr AK Singh sind unmittelbare Verantwortliche, da sie dabei, die notwendigen Maßnahmen zum Schutze der Jarawa zu ergreifen, versagen.

 

2012 behauptete der Ministerpräsident der Andamanen, Bishnu Pada Ray, dass die Jawawa ihre Lebensweise aufgeben wollten und der indischen Gemeinschaft beizutreten wünschten. Doch niemand hat sie je nach ihrer Meinung gefragt.

 

Deswegen haben wir uns, als Journalisten, dazu entschlossen, das Verbot, sich mit ihnen zu treffen zu umgehen und ihnen eine Möglichkeit zu geben, zu sprechen.

ANDERE BEDROHUNGEN, DENEN DIE JARAWA AUSGESETZT SIND

In den letzen vier Jahren hat sich die Lage verschlechtert. Ihre Lebesweise hat sich schleichend zu verändern begonnen. Die Jarawa haben begonnen, Kleidung zu tragen und Betelnüsse zu kauen. Die indischen Forstaufseher haben ihnen Werkzeuge gegeben, Taschenlampen mit Batterien, Seife, Töpfe und Pfannen sowie Nahrungsmittel wie Reis. 2014 sind vier Jarawa – Kinder in einem örtlichen Krankenhaus infolge von Behandlungsfehlern verstorben. Im selben Jahr wurden mehrere Jarawa – Frauen von Indern entführt. Kürzlich haben ihnen die Wilderer Tabak und Alkohol, aber auch Geld im Tausch für Wild angeboten. Das Wildfleisch gelangt auf den Schwarzmarkt von Great Andaman.

 

Wennn den Jarawa das Jagdwild ausgeht werden sie keine andere Wahl haben als ihr Territorium zu verlassen um um Nahrung zu bettell, und das wird ihr Ende bedeuten.

 

Deswegen haben sie, obwohl sie zuvor sogut wie jede Kontaktaufnahme mit unserer Welt verweigert haben, 2013 und 2014 mehrmals ihr Territorium verlassen, um sich bei der Forstaufsicht über die Anwesenheit der Wilderer zu beschweren. Doch die indischen Behörden haben sie nicht erhört.

 

Reden wir Klartext: Das ist Völkermord.